Ein erster Termin mit Baby oder Kind – in Ruhe ankommen und kennenlernen
Wenn Eltern mit ihrem Baby oder Kind zum ersten Mal in eine kinderosteopathische Praxis kommen, gibt es häufig viele Fragen:
Wie läuft die erste Behandlung ab?
Was wird untersucht?
Muss mein Kind sich ausziehen?
Was sollte ich mitbringen?
Und was passiert, wenn mein Baby beim Termin weint oder nicht mitmachen möchte?
Die wichtigste Antwort vorweg: Dein Kind muss nichts können und nichts „mitmachen“. Die Untersuchung richtet sich nach dem Alter, dem Entwicklungsstand und der aktuellen Situation des Kindes.
Bei Kleinskindern beobachte ich v. a. Spontanbewegung und vergleiche den tatsächlichen Entwicklungsstand mit dem zu erwartenden.
Mir ist wichtig, dass Eltern und Kind zunächst in Ruhe ankommen können. Die Behandlung beginnt deshalb nicht sofort mit einer Untersuchung. Ein erster Augenkontakt und je nach Alter auch spontane Kontaktaufnahme ist möglich. Ich orientiere mich an den Bedürfnissen des Kindes
Das erste Gespräch: Was führt Sie mit Ihrem Kind zu mir?
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch mit euch als Eltern.
Mich interessiert, was euch zu mir führt und was euch bei eurem Kind aufgefallen ist. Dabei können ganz unterschiedliche Dinge eine Rolle spielen: die Entwicklung der Bewegung, eine bevorzugte Körperseite, Auffälligkeiten in Haltung oder Bewegung oder Fragen, die sich im Alltag mit Ihrem Kind ergeben.
Bei einem Säugling sprechen wir außerdem über die Schwangerschaft und die Geburt. Wie verlief die Schwangerschaft? Wie wurde Ihr Kind geboren? Gab es Besonderheiten während der Geburt? Wie waren die ersten Tage und Wochen?
Auch die bisherige Entwicklung ist wichtig. Wann hat Ihr Kind begonnen, den Kopf zu halten, sich zu drehen, zu robben, zu krabbeln oder frei zu laufen? Welche Bewegungen fallen Ihnen auf? Gibt es Bewegungen, die Ihr Kind vermeidet oder bevorzugt?
Wenn bereits Untersuchungen oder Behandlungen stattgefunden haben, sprechen wir auch darüber.
Welche Informationen sind hilfreich?
Je genauer ich die Situation Ihres Kindes kenne, desto besser kann ich die Untersuchung einordnen. Deshalb können – sofern vorhanden – folgende Unterlagen hilfreich sein:
- Arztberichte und Befunde
- Berichte aus Physiotherapie oder anderen Therapien
- Informationen zu bisherigen Untersuchungen
- das U-Heft
- bei Säuglingen gegebenenfalls Informationen zum Geburtsverlauf
Ihr müsst allerdings keinen Ordner voller Unterlagen mitbringen. Wenn keine Befunde vorhanden sind, ist das völlig in Ordnung. Das Wichtigste ist zunächst das Gespräch miteinander. Außerdem ist das U-Heft immer ein guter Begleiter, das sehr wichtiger Informationen beinhaltet. Also auch gerne mitbringen.
Die Untersuchung: Beobachten, bewegen und ertasten
Nach dem Gespräch folgt die körperliche Untersuchung.
Dabei schaue ich zunächst, wie sich dein Kind ganz natürlich bewegt. Bei Babys kann das beispielsweise im Liegen oder auf dem Arm der Eltern geschehen. Bei größeren Kindern kann die Untersuchung auch im Stehen, Gehen oder Spielen stattfinden.
Ich beobachte unter anderem:
- Wie bewegt sich dein Kind?
- Welche Bewegungen werden bevorzugt?
- Wie ist die Beweglichkeit einzelner Körperbereiche?
- Wie reagiert das Kind auf Berührung und Bewegung?
- Welche Spannungs- und Bewegungsmuster lassen sich erkennen?
Anschließend untersuche ich verschiedene Körperregionen mit den Händen. Wir nennen das Palpation.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Untersuchungen durchzuführen. Entscheidend ist vielmehr, die Beobachtungen aus dem Gespräch und der körperlichen Untersuchung miteinander zu verbinden.
Und wenn mein Kind nicht stillhält?
Das ist völlig normal.
Babys weinen, möchten gestillt werden oder brauchen eine Pause. Kleinkinder möchten lieber spielen, laufen herum oder haben gerade überhaupt keine Lust auf eine Untersuchung.
Das gehört zum Termin dazu.
Die Untersuchung muss nicht unbedingt auf einer Behandlungsliege stattfinden. Ein Kind kann auf dem Arm der Mutter oder des Vaters bleiben, spielen oder zwischendurch eine Pause machen.
Gerade bei kleinen Kindern ist es oft hilfreich, wenn die Eltern einfach so bleiben, wie sie es auch zu Hause tun würden. Ihr kennt euer Kind am besten und könnt ihm Sicherheit geben.
Wie wird ein Baby untersucht?
Bei Säuglingen ist die Untersuchung besonders behutsam.
Ich beobachte zunächst die spontanen Bewegungen und die Haltung des Babys. Anschließend werden verschiedene Körperbereiche vorsichtig mit den Händen untersucht.
Dabei orientiere ich mich immer am Entwicklungsstand des Kindes.
Ein Säugling wird anders untersucht als ein Kleinkind und ein Kleinkind anders als ein Schulkind. Auch die Bereitschaft des Kindes, sich untersuchen zu lassen, spielt eine wichtige Rolle.
Es geht nicht darum, eine bestimmte Untersuchung „durchzuziehen“. Wenn ein Baby gerade hungrig oder müde ist, kann es sinnvoller sein, zunächst eine Pause zu machen.
Muss mein Kind für die Untersuchung ausgezogen werden?
Das hängt vom Alter des Kindes und von der jeweiligen Untersuchung ab.
Bei Säuglingen kann es hilfreich sein, wenn sie möglichst wenig Kleidung tragen, damit ihre Bewegungen gut beobachtet werden können. Bei größeren Kindern reicht häufig bequeme Kleidung, in der sie sich frei bewegen können.
Am besten bringst du Kleidung mit, in der sich Ihr Kind wohlfühlt und die Bewegungen nicht einschränkt. Bei größeren Kindern kann auch Wechselkleidung sinnvoll sein.
Was sollte ich zum ersten Termin mitbringen?
Eigentlich nicht viel.
Hilfreich sind:
Für Babys und kleine Kinder
- U-Heft
- relevante Arzt- oder Therapieberichte
- eine vertraute Decke
- Lieblingsspielzeug oder ein vertrauter Gegenstand
- gegebenenfalls etwas zu trinken oder Nahrung bzw. Wechselkleidung
Bei Säuglingen kann es außerdem angenehm sein, wenn Sie genügend Zeit für eine Mahlzeit oder eine Ruhepause einplanen.
Für größere Kinder
- bequeme Kleidung
- vorhandene Befunde oder Arztberichte
- gegebenenfalls Informationen über bisherige Therapien
Und vor allem: Plane möglichst keinen Zeitdruck ein.
Was passiert nach der Untersuchung?
Nach der Untersuchung besprechen wir gemeinsam die Ergebnisse.
Ich erkläre euch, was ich bei der Untersuchung wahrgenommen habe und welche Zusammenhänge sich daraus ergeben können. Dabei ist mir wichtig, verständlich zu erklären, was ich untersuche und warum. Dabei ist der Übergang zwischen Untersuchung und manueller Behandlung oft fließend. Also wenn ich untersuche, behandle ich bereits.
Anschließend besprechen wir, welche Übungen ihr mit eurem Kind machen könnt um den Verlauf positiv zu unterstützen.
In machnen Fällen kann auch die Entscheidung getroffen werden, zunächst keine osteopathische Behandlung durchzuführen und eine weitere medizinische Abklärung zu empfehlen.
Osteopathie ersetzt keine notwendige kinderärztliche Untersuchung oder medizinische Behandlung. Bei akuten, unklaren oder ausgeprägten Beschwerden sollte zunächst eine entsprechende ärztliche Abklärung erfolgen.
Wie lange dauert der erste Termin?
Für den ersten Termin sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, damit das Gespräch, die Beobachtung und die Untersuchung ohne unnötigen Zeitdruck stattfinden können.
Die genaue Dauer hängt vom Alter des Kindes, dem Anliegen und der individuellen Situation ab.
Gerade bei Babys und kleinen Kindern lässt sich der Termin nicht immer exakt planen. Eine Pause zum Stillen, Füttern oder Beruhigen kann jederzeit notwendig sein – und gehört für mich zu einer kindgerechten Behandlung dazu.
Was Eltern sonst noch wissen sollten
Viele Eltern kommen mit der Sorge, dass ihr Kind beim ersten Termin unbedingt „mitmachen“ muss.
Das ist nicht notwendig.
Ein guter erster Termin bedeutet für mich zunächst, dein Kind kennenzulernen, seine Bewegungen und seine Entwicklung zu beobachten und gemeinsam mit dir herauszufinden, welche Thematik zugrundeliegt.
Manchmal braucht ein Kind dafür etwas Zeit.
Und manchmal besteht der erste Termin zu einem größeren Teil aus Beobachten, Spielen, Fragen und Kennenlernen. Auch daraus können bereits wichtige Informationen entstehen.
Kinderosteopathie in Hannover
In meiner Praxis in Hannovers Nordstadt begleite ich Babys, Kinder und Jugendliche im Rahmen der Kinderosteopathie.
Wenn du dich fragst, ob eine osteopathische Untersuchung für dein Kind sinnvoll sein könnte, kannst du gerne Kontakt aufnehmen.
Du musst nicht vorher wissen, ob Osteopathie das Richtige für dein Kind ist. Das können wir gemeinsam im ersten Gespräch klären.



